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Anekdoten aus dem Unterricht (II.)

Anekdoten aus dem Unterricht (II.)

Witziges - Lachen erlaubt!

 

Schulalltags-Bewältigung einer GS-Lehrerin, die II.


 2. Schuljahr, Ende 1. Halbjahr


Mittwoch


Beobachtungen während 20 Minuten Mathematikunterrichts:

Wir rechnen seit zehn Minuten Mathematikaufgaben an der Tafel, die die Kinder im Heft mitschreiben sollen.

Paulchen beginnt angestrengt sein Heft aus einem Zettelwust unter dem Tisch hervorzukramen. Dabei regnet es Papierfetzen und viele verschiedene unaufzählbare Dinge um seinen Platz auf den Boden.

Nachdem er das Heft gefunden und aufgeschlagen hat, will er auf der letzten Seite den Stift ansetzen. Kurz und wortlos schlage ich ihm (nicht ihn!) die richtige Seite auf. Dies frustriert ihn so, dass er zunächst einmal den Stift sinken lässt und gedankenverloren seinen Stuhl mit der Sitzfläche auf den Boden dreht und sich auf die Querverstrebung hockt.

Man sieht es ihm an, jetzt aber ran ans Werk! Tatsächlich, er nimmt den Stift, setzt ihn aufs Papier und - die Spitze bricht ab.

Um eine weitere Beschäftigung von zehn Minuten zu vermeiden, reiche ich ihm schnell meinen Bleistift vom Pult.

Er beginnt mit dem Datum. „Mittwoch“ sollte es werden, doch scheint ihm das i etwas misslungen. Kramen unter dem Tisch, noch mehr „Regen“ - kein Radiergummi.

Dann eben anders! Schnell den Finger nass geleckt und kräftig über das scheußliche i gerubbelt, aber  - Ratlosigkeit im lieben Gesicht - das wird zwar noch scheußlicher, geht aber nicht weg! Kratzen mit dem Fingernagel. Spätestens jetzt beginnt das Papier Schwächen zu zeigen.

Da reicht ihm eine mitleidige Banknachbarin mit einem fast ebenso verzweifelten Blick und ungläubigem Kopfschütteln ihr Radiergummi. Paulchen strahlt! Jetzt aber schnell kräftig radiert! Nun gibt das Papier endgültig auf. Ein großes Loch mit feuchten Rändern.

Hier gebe auch ich meine Beobachtungen gezwungenermaßen auf, um einem Kind an der Tafel weiterzuhelfen.

Fünf Minuten später kann ich mich wieder für die Vorgänge an Paulchens Platz interessieren. Er arbeitet jetzt unter der Bank.

Ich pirsche mich von hinten ran und beobachte das, was sich dort tut. Paulchen spitzt - aber die Plastikhülle, die auf einem seiner Filzstifte steckt. Eine Sekunde später und auch der Stift selber wäre spitzer geworden. (Er hat zu Weihnachten die dritte neue Federmappe bekommen, die letzte war als solche nicht mehr zu erkennen und auch wertlos, da leer.) Ich frage ihn interessiert, ob er sich überlegt habe, dass Filzstifte austrocknen, wenn die Hüllen oben offen sind. Er strahlt! Aber nein, das kann nicht sein! Beweis! Federmappe auf: Dort befinden sich bereits drei weitere Filzstifte mit abgespitzten Hüllen und die schreiben noch!

(Zur Erinnerung: Eigentlich sollte er einige Aufgaben von der Tafel mitschreiben.)

 

Donnerstag

In der großen Pause hat es geregnet, die Kinder durften in der Klasse spielen. Paulchen hatte mit Wasserfarben gemalt. Ich bat ihn um 5 Minuten vor 10 Uhr alles wegzuräumen und nahm bei Stundenbeginn erfreut wahr, dass sein Tisch (zumindest obendrauf) aufgeräumt war.

Nun läuft die 3. Stunde.
Ein lautes „Iihhh, gucken Sie mal!“ lässt mich aufmerken.

Eine Klassenkameradin deutet auf Paulchen. Aber - alles in Ordnung! Tisch leer, Paulchen sitzt richtig auf seinem Stuhl, Arme hängen seitlich scheinbar ruhig herab. Er bemerkt uns alle nicht, ist mit leerem Blick in irgend etwas versunken. Schaut nach unten.

Nach unten?! Dort steht – kein Zweifel möglich - sein Eigentumskörbchen. Darin schwimmen in einer ca. 2 cm hohen schwarzgrauen Brühe der abgebrochene Deckel seines Farbkastens, das leere Unterteil, viele in Auflösung begriffene Farbtöpfchen, zerbrochene Pinsel, ein Radiergummi(!), ein Spitzer, eine ausgelaufene, weil angeschnittene Flasche Kleber, zwei Tempotaschentücher, der Mallappen und diverse Kleinigkeiten wie der umgefallene Wasserbecher. An der Seite steht hochkant sein dicker neuer DIN A4-Zeichenblock darin.

Paulchen hat seinen Bleistift in ein weiteres einem Klassenkameraden gehörendes Radiergummi gespießt und spielt „Boot“.

Leider war es nicht möglich, den Korb zum Waschbecken zu tragen, ohne dass ein Teil der dunklen Brühe aus den Löchern schwappte. Dafür haben wir ja den Bodenlappen.

(Wetten, dass die Eltern zu Hause beim jeweiligen Anblick zerstörter Schulsachen überlegen, welch eine gleichgültige Lehrerin ihr Sohn hat, unfähig ihn ein bisschen zu beobachten um solches zu verhindern?!)

 

Nachschlag:

Freitag

Um Viertel vor 10 Uhr denke ich gerade so „Heute liefert Paulchen gar keine Story!“, da sagt seine Banknachbarin: „Hier klebt’s!“

Ja, es klebt, aber nicht nur ein bisschen, sondern großflächig, sehr großflächig, sozusagen quadratmetrig, dünn ausgewalzt.  Unter Paulchens Tisch, Paulchens Stuhl, kurz, überall da, wo er so eben noch unauffällig mit seinen Füßen hingelangen konnte.

Wie das so genau passieren konnte, weiß er auch nicht mehr. Urplötzlich war da zu Beginn der Kakaopause die neue, also noch volle Klebeflasche eines Mitschülers. „Irgendwie“ muss die aufgegangen sein und alles ist unbegreiflicherweise ausgerechnet unter seinem Platz ausgelaufen. Um die Peinlichkeit aus der Welt zu schaffen, hat er alles ordentlich verteilt. Mit den Schuhen. Dann hat er seinen Kakaobecher hinten aus dem Kasten geholt, sein Butterbrotpapier vorn in den Papierkorb gebracht ...

Na ja, der Hausmeister und ich hatten ja die ganze große Pause Zeit, mit zwei Wassereimern, fünf Lappen und einer Flasche Lösungsmittel die Klasse zu reinigen.

Ich ging dann einen Kaffee trinken. Koffein als Beruhigungsmittel.

c/o Brigitte Dörpinghaus

 
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